Heizungsersatz · Ablauf

Ölheizung ersetzen: der Weg zur Wärmepumpe

Der Weg von der letzten Tankfüllung zur ersten Heizsaison ohne Öl ist kürzer, als er aussieht, wenn die Reihenfolge stimmt. Sechs Schritte, jede Zahl belegt.

Die sechs Schritte

  1. Zustand klären, solange die Heizung läuft. Alter, Zustand und Verbrauch der Ölheizung erfassen. Wer vor dem Ausfall plant, vergleicht in Ruhe und baut ausserhalb der Heizsaison; wer beim Totalausfall handeln muss, zahlt fast immer mehr.
  2. System wählen: Luft-Wasser oder Erdsonde. Luft-Wasser ist günstiger in der Anschaffung, die Erdsonde günstiger im Betrieb. Platz, Lärmschutz und Bohr-Machbarkeit entscheiden mit; im Zweifel beide Varianten offerieren lassen.
  3. Fördergesuch vor Baubeginn einreichen. Die Regel ohne Ausnahme: erst das Gesuch, dann der Bau. Die Ausführung nach WPSM gehört als Förderbedingung in jede Offerte.
  4. Vergleichbare Offerten einholen. Jeder Anbieter erhält dasselbe Pflichtenheft: gleiche Angaben, gleicher Umfang inklusive Demontage, Tank-Stilllegung, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme. Erst dann sind Preise vergleichbar.
  5. Einbau planen, Tank stilllegen. Der Umbau selbst dauert typischerweise Tage, nicht Wochen. Die Stilllegung oder der Rückbau des Öltanks gehört in die Offerte, nicht in die Nachtragsrechnung.
  6. Inbetriebnahme und Feinjustierung. Heizkurve einstellen, Warmwasser prüfen, Dokumentation übernehmen. Die WPSM-Nachkontrolle im zweiten oder dritten Betriebsjahr sichert die Effizienz.
Der teuerste Fehler ist der Kalender: Wer bis zum Totalausfall wartet, ersetzt unter Zeitdruck mitten in der Heizsaison, ohne Fördergesuch und ohne Vergleich. Wer früh plant, bekommt beides: den besseren Preis und das Fördergeld.

Die Zahlen zum Entscheid

Investition: rund 40'000 Franken für Luft-Wasser, rund 55'000 für die Erdsonde im Einfamilienhaus, inklusive Installation.[1] Betrieb: rund 1'200 beziehungsweise 800 Franken Strom pro Jahr.[1] Förderung: je nach Kanton, in Zürich pauschal 2'900 respektive 6'800 Franken,[2] im Aargau 3'000 plus 60 pro Kilowatt respektive 6'000 plus 180.[3] Ihre Netto-Rechnung: der Rechner; die Detailseiten: Förderung nach Kanton und Wärmepumpe: die Kosten.

Unabhängige Ersteinschätzung gewünscht? EnergieSchweiz bietet die kostenlose Impulsberatung «erneuerbar heizen» an, inklusive Kosten- und Förder-Einschätzung.[4]

Häufige Fragen zum Ölheizungs-Ersatz

Was kostet der Wechsel von der Ölheizung auf die Wärmepumpe?

Als belegte Richtwerte fürs Einfamilienhaus: rund 40'000 Franken für Luft-Wasser und rund 55'000 für die Erdsonde, inklusive Installation. Davon geht die kantonale Förderung weg, in Zürich zum Beispiel 2'900 beziehungsweise 6'800 Franken, im Aargau 3'000 plus 60 pro Kilowatt beziehungsweise 6'000 plus 180.

Muss der Öltank raus?

Er muss fachgerecht stillgelegt oder zurückgebaut werden. Wichtig für den Vergleich: Stilllegung oder Rückbau gehören als Position in jede Offerte, sonst tauchen sie später als Überraschung auf.

Wie lange dauert der Ersatz?

Der eigentliche Umbau typischerweise einige Tage. Die Planung braucht länger: Offerten, Fördergesuch vor Baubeginn und allenfalls Bewilligungen. Genau deshalb beginnt der günstige Ersatz, solange die alte Heizung noch läuft.

Lohnt sich der Wechsel auch wirtschaftlich?

Neben CO2 und Versorgungssicherheit sprechen die Betriebskosten: rund 800 bis 1'200 Franken Strom pro Jahr für die Wärmepumpe im Einfamilienhaus, statt Ölrechnungen mit schwankenden Preisen. Die kostenlose Impulsberatung «erneuerbar heizen» von EnergieSchweiz rechnet Ihren Fall durch.

Quellen

  1. CKW beziffert die Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus mit 120 m2 Wohnfläche auf rund CHF 40'000 für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und rund CHF 55'000 für eine Erdsonden-Wärmepumpe, inklusive Installation und allfälliger Bohrung. Betriebskosten: rund CHF 1'200 pro Jahr (Luft-Wasser) bzw. rund CHF 800 pro Jahr (Erdsonde). Quelle: CKW, Wärmepumpe für das Einfamilienhaus. https://www.ckw.ch/gebaeudetechnik/waermepumpen/fuer-einfamilienhaus (abgerufen 2026-08-10)
  2. Kanton Zürich, Förderprogramm 2026: Ersatz einer Öl-, Gas- oder Elektroheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe pauschal CHF 2'900 (bis 15 kW, darüber CHF 160 pro zusätzlichem kW), Erdsonden-Wärmepumpe CHF 6'800; Erstinstallation eines Wärmeverteilsystems zusätzlich CHF 15'000 (bis 250 m2 Energiebezugsfläche); GEAK Plus mit CHF 1'000 unterstützt. Der Beitrag ist auf maximal 50 Prozent der relevanten Investitionskosten begrenzt; das Gesuch muss vor Baubeginn eingereicht werden (Harmonisiertes Fördermodell HFM 2015). Quelle: Kanton Zürich, Förderprogramm 2026 (Baudirektion, offizielles Programmdokument). https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/umwelt-tiere/energie/energieberatung-und-energiefoerderung/ktzh_foerderprogramm_2026.pdf (abgerufen 2026-08-10)
  3. Kanton Aargau, Förderprogramm Energie: Beim Ersatz einer Öl-, Gas- oder Elektroheizung werden Luft-Wasser-Wärmepumpen mit CHF 3'000 plus CHF 60 pro kWth und Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit CHF 6'000 plus CHF 180 pro kWth gefördert (bis 70 kW). Der Ersatz einer dezentralen Elektro-Widerstandsheizung wird pauschal mit CHF 15'000 unterstützt (bis 250 m2 Energiebezugsfläche); das WPSM-Zertifikat wird mit CHF 350 vergütet. Das Gesuch muss vor Baubeginn über das Gesuchsportal eingereicht werden; in ausgewiesenen Wärmeverbund-Gebieten wird eine Wärmepumpe grundsätzlich nicht gefördert. Quelle: Kanton Aargau, Merkblatt Förderung Wärmepumpen (Departement Bau, Verkehr und Umwelt). https://www.ag.ch/media/kanton-aargau/bvu/energie/foerderungen/waermepumpen-foerderprogramm.pdf (abgerufen 2026-08-10)
  4. EnergieSchweiz bietet zum Heizungsersatz die kostenlose Impulsberatung «erneuerbar heizen» an, inklusive Einschätzung der Kosten sowie möglicher Steuerabzüge und Förderungen; der Heizkostenrechner zeigt Kosten und Einsparmöglichkeiten je Heizsystem. Quelle: EnergieSchweiz, Heizungsersatz. https://www.energieschweiz.ch/modernisieren/heizungsersatz (abgerufen 2026-08-10)
  5. Alle 26 Kantone haben das Wärmepumpen-System-Modul (WPSM) als Bedingung für die Förderung des Ersatzes von fossilen und/oder elektrischen Heizungen durch Wärmepumpen festgelegt. Nach der Installation prüft eine neutrale Stelle die Anlage und stellt das Anlagezertifikat aus (CHF 350 zzgl. MwSt.); im 2. oder 3. Betriebsjahr folgt eine Nachkontrolle. In Kantonen ohne direkte Ersatz-Förderung können über myclimate typischerweise CHF 2'000 bis 10'000 beantragt werden. Quelle: Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz FWS, Wärmepumpen-System-Modul. https://www.fws.ch/waermepumpen-system-modul/ (abgerufen 2026-08-10)

Die alte Heizung läuft noch? Perfekt. Genau jetzt vergleicht es sich am besten.